Page 10 - Im Dialog 19 2014
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SDMED InTErn
TraInInG
Fit in Sachen Transparenz-Kodex
Zum Thema Transparenz-Kodex führte die System Dialog eine haus- interne Schulung mit Michael Grusa durch. Im Kurzinterview erläutert der ehemalige GF des FSa, worum es beim Transparenz-Kodex geht und welche Ziele verfolgt werden.
2013 hat der europäische Dachverband der forschenden Pharma-Unternehmen (EFPIA) ei- nen weiteren Kodex verabschie- det: den EFPIA Transparency Code. Ein Transparenz-Kodex, nach dem künftig geldwerte Zuwendungen der Pharma-Industrie an Ärzte und Angehörige medizinischer Fach- kreise veröffentlicht werden sollen.
System Dialog Med. hat eine hausinterne Schulung zum Thema Transparenz-Kodex durchgeführt. Referent und Diskussionspartner war Michael Grusa. Der Jurist, Mitbegründer und langjährige Geschäftsführer des FSA hat eine Vielzahl von Verfahren im Verein der „Freiwilligen Selbstkontrolle“ begleitet. Heute arbeitet er als Compliance-Berater für Industrie und Fachverbände.
Im Dialog: Herr Grusa, warum ist nach dem Kodex zur freiwilligen Selbstkontrolle ein zusätzlicher Ko- dex notwendig?
Michael Grusa: Im Wesentlichen aus zwei Gründen. Zum einen be- fasst sich der bisherige FSA-Kodex in erster Linie mit der Übernah- me von Reise-, Bewirtungs- und Übernachtungskosten und deckt somit nicht alle Bereiche der geld- werten Zuwendungen ab. Zum anderen gibt es einen globalen Aspekt. Amerika gibt in gewisser Weise Regeln der Zusammenarbeit mit der Industrie vor. Wichtig ist, dass global agierende Unterneh- men sich dem anpassen. Ziel des Transparenz-Kodex ist es, sämtli- che Spenden, Zuwendungen und Honorare, die im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen, Dienstleistungen und Beratungen stehen, unter Nennung der Namen zu veröffentlichen. Dies gilt für Ein- zelpersonen wie für Verbände und Einrichtungen.
ID: Wie sieht die Umsetzung des Kodex konkret aus?
MG: Der Transparenz-Kodex wurde Ende Juni 2013 von den for- schenden Pharma-Unternehmen (EFPIA) auf europäischer Ebene verabschiedet. Mit seiner Geneh- migung ist bis Mitte des Jahres zu rechnen. Dann ist es Aufgabe aller 33 Mitgliedsländer, den Ko- dex in das jeweilige Länderrecht zu überführen und umzusetzen. In Deutschland übernimmt das wie beim Kodex zur Selbstkontrolle der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V.“ (FSA).
MG: Im FSA sind in Deutsch- land tätige Pharmaunternehmen organisiert, die rund 70 Prozent des deutschen Pharma-Umsatzes repräsentieren. Sie sammeln ab 2015 sämtliche Daten zu Spenden, Zuwendungen und Honoraren. 2016 sind diese Daten erstmals auf einer allgemein zugänglichen Seite zu veröffentlichen. Dies wird in der Regel die Website des Un- ternehmens sein. Wobei es aus Datenschutzgründen bei der in- dividuellen Au istung so ist, dass die Nennung des Namens der Ärzte und sonstigen Fachkreisangehö- rigen deren Zustimmung bedarf.
ID: Wie wird die Veröffentli- chung beziehungsweise die Trans- parenzmachung vorgenommen?
Stefan Wellssow
Senior Consultant der System Dialog Med. aG 0 22 03-10 06-0 s.wellssow@sdmed.de
„Zu unserem agenturselbstverständnis zählt, dass wir auch in Sachen Kodex-Konformität ein verlässlicher Partner sind.“
Fragen zum Transparenz-Kodex? nehmen Sie Kontakt mit Stefan Wellssow auf. Telefon 0 22 03-10 06-0 oder s.wellssow@sdmed.de
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