Page 5 - Im Dialog
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Kaum ein Begriff in der Kommunikation wird so vielfältig verwendet wie der der Debatte. Wir sprechen im politischen Zusammenhang von Parlamentsdebatte oder Kanzlerdebat- te. Über die Medien werden öffentliche Debatten geführt. Allabendliche Talkshows laden ebenfalls zu Debatten ein, wobei gerade sie mit Teilnehmern, die sich gegenseitig unterbrechen, nicht ausreden lassen und oft viel zu lange reden, zeigen, was genau eine Debatte nicht ist, nämlich ein ungeordnetes Durcheinander.
Eine Debatte im engeren Sinne ist ein kultiviertes Streit- gespräch, das festen Regeln folgt. Im Vorfeld festgelegt ist die Anzahl der Redner (ein bis drei), die das jeweilige Pro und Contra vertreten. In einer ebenfalls festgelegten Redezeit tragen sie ihre Argumente zur Begründung ihres Stand- punktes vor. Der Umfang, in dem das Publikum Fragen an die Redner stellen darf, ist ebenso definiert wie die Redezeit für das Stellen der Fragen selbst.
Durch die zeitliche und inhaltliche Komprimierung wird die Diskussion umso spannender und emotionaler, je mehr Zündstoff das Thema enthält. Gleichzeitig gewährleisten die Regeln und die Moderation, dass die Diskussion zielgerichtet bleibt und nicht entgleist.
Peter Lasthaus, Vorstand und Moderator der System Dialog Med. AG, wünscht sich etwas mehr Mut, die Debatte als didaktisches Prinzip in wissenschaftlichen Workshops und Veranstaltungen zu nutzen. „Wer ein Thema von allen Seiten beleuchten, um die besten Argumente ringen
und das Publikum wirklich aktiv einbeziehen will, für den bietet sich die Debatte als zeiteffektiver Teil eines Workshops oder einer Veranstaltung als herausragendes Instrument an.“
Erfolg liegt in der Vorbereitung
Nicht umsonst gilt die Debatte als Königsdisziplin der interaktiven Kommunikation und Rhetorik. Be- reits vor mehr als 2.500 Jahren befand der griechische Philosoph Heraklit, dass „der Streit der Vater aller Dinge sei“. Das aber setzt einiges voraus:
Stimmen These oder Thema nicht, ist eine De- batte langweilig und wirkungslos. Sind die Redner von ihrem Standpunkt nicht überzeugt, wird eine mitreißende Argumentation kaum gelingen. Behält der Moderator die Zügel nicht fest in der Hand, ga- loppiert die Diskussion womöglich davon.
Wie bei jeder Veranstaltung liegt auch hier in der Vor- bereitung der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. Folgende Fragen helfen weiter, zeigen aber auch, wie komplex das Thema ist: Wer eignet sich als wissenschaftlicher Chairman? Wer als Moderator? Welches Thema ist relevant und ausrei- chend brisant? Welche Redner (Speaker) vertreten welche Standpunkte? Welcher Rahmen ist geeignet, eine echte Diskussion zu führen und schließlich gemeinsam Wissen zu fokussieren? n
 Interesse an der Durchführung einer Debatte?
Die Kommunikationsprofis von System Dialog Med. beraten umfassend, was die Planung und Um- setzung einer Debatte betrifft. Sie finden heraus, welche Themen und Thesen interessant und geeig- net sind, sie kennen sich aus mit unterschiedlichen Debattierformaten und wissen genau, welches die Dos and Don’ts bei der Planung und Durchführung einer Debatte sind. Nur Mut. Nutzen Sie die Debatte als didaktisches Prinzip, wenn Sie alle Argumente auf den Punkt bringen möchten. n
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          Meine Debatte: Digitalisierung – Fluch oder Segen?
Das Thema Digitalisierung in der Medizin hält immer mehr Einzug in unsere Veranstaltun- gen. Es gibt viele Argumente für beide Sichtweisen. Diese einmal strukturiert zu betrachten, wäre interessant.
Tobias Ringkamp Veranstaltungskonzeption / Moderation SDMed. AG
 


















































































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